Kontakt
SWB Energie und Wasser
Welschnonnenstraße 4
53111 Bonn
Tel.: 0800 1 011700
bonn-denkt-weiter(at)stadtwerke-bonn.de
www.stadtwerke-bonn.de


Möglich wäre es auch, die Kraft des Windes direkt als Antriebskraft zu nutzen - so wie bei einem Segelschiff.
Bleibt also nur, die Windenergie zu nutzen, indem wir sie erstmal in eine Energieform umwandeln, die man dann besser verwenden kann. Genau das passiert in Windkraftanlagen.
SWB Energie und Wasser
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Am 1. April 1879 nimmt das Bonner Gaswerk als erstes städtisches Unternehmen seinen Betrieb an der Karlstraße auf – am heutigen Standort des SWB-Heizkraftwerkes Nord und der SWB-Müllverwertungsanlage (MVA). Von nun an strömt dort produziertes „Stadtgas“ durch das Bonner Rohrnetz. Mit 1.205 privaten Kunden und einer Jahresabgabe von rund 1,4 Millionen Kubikmetern Gas beginnt die Unternehmensgeschichte der Stadtwerke Bonn.
Am 11. Februar 1899 geht auch das Bonner Elektrizitätswerk in Betrieb.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Gaswerk wird nun auch Strom selbst
erzeugt.
Der erste private Kunde des städtischen Stroms ist der General-Anzeiger,
dessen Räume in der Bahnhofstraße am 14. Februar mit elektrischem Licht
erhellt werden.
Am 18. Februar eröffnet der „regelrechte Betrieb“ des Bonner
Elektrizitätswerkes: Die ersten Bogenlampen setzen Straßen und Häuser ins rechte Licht.
Mit der Entscheidung, das Bonner Elektrizitätswerk in ein Heizkraftwerk
umzubauen, fällt gleichzeitig der Startschuss für eine
Fernwärmeversorgung der Stadt. Die Idee: Der während der Stromerzeugung
im Heizkraftwerk anfallende Dampf soll der Beheizung der umliegenden
öffentlichen und privaten Gebäude dienen.
Die Geburtstunde von „Bonns größter Zentralheizung“ schlägt ein Jahr
später, am 10. Dezember 1953, mit der ersten Fernwärmelieferung an die
Obus-Halle der Stadtwerke Bonn in der Karlstraße. Geistiger Schöpfer der
Bonner Fernheizung ist Erwin Hennessen, der damalige Betriebsdirektor
des Elektrizitätswerkes.
Heute wärmt die umweltschonende Energie mehr als 2.000 Kunden in Bonn.
Das SWB-Fernwärmenetz schlängelt sich in rund 80 Kilometern durch das
Stadtgebiet. Prominente Abnehmer der bequemen Heizvariante sind der
Post-Tower, die Museumsmeile und die Deutsche Telekom. SWB Energie und
Wasser produziert die Fernwärme in zwei Heizkraftwerken, im HKW Nord an
der Karlstraße und seit 1969 im HKW Süd in Dottendorf. Die beiden
SWB-Heizkraftwerke werden mit Erdgas befeuert und garantieren so
umweltschonende Fernwärme- und Stromerzeugung.
Seit 1992 liefert zudem die in unmittelbarer Nachbarschaft zum HKW Nord
gelegene Müllverwertungsanlage (MVA) Dampf für die Strom- und
Fernwärmeproduktion der Stadtwerke Bonn.
(Text: Tanja Kuhl)
Am 28. Juni erfolgt der erste Spatenstich zur neuen
Müllverwertungsanlage (MVA) an der Immenburgstraße. Der Abfall soll
durch Verbrennung endgültig vernichtet werden. Der dabei entstehende
Dampf wird ins benachbarte Heizkraftwerk Nord weitergeleitet und für die
Fernwärme- und Stromproduktion genutzt.
Die neue Bonner Müllverwertungsanlage wird am 5. Mai 1992 offiziell
eingeweiht und nimmt am 3. August ihren regulären Betrieb auf. Neben dem
wirtschaftlichen Vorteil für die Stadt Bonn und die Bonner
Gebührenzahler sichert die MVA seither eine verlässliche und
umweltgerechte Abfallentsorgung. Während manche deutsche Stadt Deponien
füllt, bis sie zu gewaltigen Müllbergen anwachsen, geht Bonn
intelligenter mit dem Abfall um: Denn in der MVA wird die Energie, die
im Abfall steckt, für die Wärmeversorgung und für die Stromerzeugung
genutzt. Mehr als 220.000 Tonnen Restmüll werden jährlich zur MVA
transportiert und in den Verbrennungsöfen entsorgt. Dem Müll aus der
Region können pro Jahr rund 430.000 Megawattstunden Energie entzogen
werden, die wiederum in rund 80 Millionen Kilowattstunden Strom und etwa
175 Millionen Kilowattstunden Fernwärme umgewandelt werden; genug, um
10.000 Wohnungen zu heizen und 20.000 Wohnungen mit Strom zu versorgen.
(Text: Tanja Kuhl)
Bereits seit dem 1. Mai 1999 steht den Bonner Bürgern ein eigenes
Naturstromprodukt zur Auswahl. Damit übernahm SWB Energie und Wasser bundesweit
eine Vorreiterrolle in Punkto regenerative Energien.
"BonnNatur Strom" wird zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen
gespeist, genauer: aus Biomasse, Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. SWB
Energie und Wasser arbeitet dazu mit einem regionalen Unternehmen aus
dem Westerwald zusammen, das nach dem "Grüner Strom Label e.V. in Gold"
zertifiziert ist. Dieses Zertifikat garantiert, dass mindestens 1 Cent
pro Kilowattstunde wieder in den Bau neuer Anlagen zur Stromgewinnung
aus regenerativen Energien investiert wird. Die wachsende Nachfrage gibt
SWB Energie und Wasser die Möglichkeit, größere Mengen einzukaufen und
somit die Preise für Ökostrom zu senken.
Bereits 2007 wurden BonnNatur-Kunden mit mehr als 8,3 Millionen
Kilowattstunden Strom aus regenerativen Energien beliefert. Das
SWB-Ökostrompaket erspart der Atmosphäre somit rund 5.200 Tonnen CO2 pro
Jahr. Daran sind private Haushalte ebenso beteiligt wie die Stadt
selbst, deren Altes Rathaus und Stadthaus, Verbraucher von rund 7,4
Gigawattstunden im Jahr, seit 2008 Ökostrom beziehen. Auch 29
Kirchengemeinden beziehen bereits BonnNatur Strom, größter Abnehmer sind aber
bereits seit 2006 die beiden Dienstgebäude der Vereinten Nationen, der
"Lange Eugen" und das "Haus Castanjen", mit einem Verbrauch von rund 6,7
Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Im Betrachtungszeitraum von 2009 -
2012 sparen die UN damit insgesamt 11.000 Tonnen C02-Emissionen ein.
Seit 2010 wird das Heizkraftwerk Nord zu einer Gas- und
Dampfturbinenanlage (GuD) umgebaut, die höchste Ausnutzungsgrade (mehr
als 86 Prozent) des Brennstoffs erreicht.
In dieser Anlage wird zunächst eine Gasturbine mit Erdgas befeuert, die
einen Strom-Generator mit einer elektrischen Leistung von 24,5 Megawatt
antreibt. Die rund 545 Grad Celsius heißen Abgase, die bei dieser
Verbrennung entstehen, bringen im zweiten Schritt eine Dampfturbine auf
Touren, die einen zweiten Generator antreibt, der eine elektrische
Leistung von 70 Megawatt erzeugt. Wahlweise kann ein Teil des Dampfes
auch zur Produktion der Fernwärme entnommen werden. Es ist möglich, bis
zu 110 Megawatt Wärme auszukoppeln. Zu Kühlzwecken wird
Tiefbrunnenwasser verwendet. Dies optimiert nochmals den Wirkungsgrad
der GuD-Anlage.
Durch den Umbau wird die Eigenstromerzeugung von SWB Energie und Wasser von derzeit 230.000 auf 575.000 Megawattstunden pro Jahr gesteigert. Gleichzeitig wird das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gestärkt, und durch zusätzliche Nutzung von Abgasen aus der benachbarten Müllverwertungsanlage ist dies eines der größten Klimaschutzprojekte in der gesamten Region. Insgesamt werden durch den Umbau der Anlage 194.445 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart.
Bis Ende 2011 sollen die Baumaßnahmen an diesem 80 Millionen Euro-Projekt abgeschlossen sein.
Im Sommer 2011 werden die Bauarbeiten beginnen: Rund 45 Kilometer
nördlich von Borkum entsteht der Offshore-Windpark Borkum West II unter
Federführung des Stadtwerke-Netzwerks Trianel.
Die Stadtwerke Bonn sind einer von 33 Gesellschaftern, die an diesem
ersten rein kommunalen Offshore-Windpark mit Projektfinanzierung
beteiligt sind.
Als erstes werden vor Borkum in 30 Metern Wassertiefe die Fundamente,
sogenannte Tripods, der ersten 40 Areva Wind M5000-Windräder auf einer
Fläche von 56 km2 aufgebaut. Um Wetterunbilden aus dem Weg zu gehen,
wird bis zum Sommer mit den Arbeiten für die Gründung der Tripods
gewartet. Diese werden mit Stahlrohren (Piles) am Meeresboden
„festgenagelt“; die Verbindung zwischen Pile und Tripod wird durch Beton
hergestellt.
Nach der Fertigstellung zur Jahreswende 2012/2013 soll der
„Regelbetrieb“ beginnen. Rund 200.000 Haushalte werden dann durch den
200 MW starken Windpark mit umweltfreundlichem Strom versorgt. Die
Investitionssumme für den ersten Bauabschnitt beträgt über 700 Millionen
Euro.
Die Beteiligung am Windpark in der Nordsee ist ein weiterer Schritt zum
nachhaltigen Umbau der Bonner Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren
Energien und einer klimafreundlichen Stromerzeugung.
SWB Energie und Wasser ist am Trianel Windpark Borkum mit einem
Leistungsanteil von 5 Megawatt beteiligt.
Eine zweite Ausbaustufe mit 40 weiteren Anlagen ist für 2013 geplant.
